Leo Leonhardy – der „Eiserne Kommandeur“ und seine Auszeichnungen

Major Leo Leonhardy, der später als „Eiserner Kommandeur“ bezeichnet wurde, gehört heute nicht zu den bekanntesten Namen der deutschen Militärluftfahrt des Ersten Weltkriegs. Anders als Jagdflieger wie Boelcke, von Richthofen oder Immelmann stand er nicht für den Luftkampf Mann gegen Mann der sogenannten „Ritter der Lüfte“, sondern für den Aufbau und Einsatz der Kampfflieger sowie für Führung und organisatorische Verantwortung. Trotz erheblicher gesundheitlicher Einschränkungen infolge eines Flugunfalls im Jahr 1914 flog er lange Zeit als Beobachter, obwohl für ihn eigentlich ein Flugverbot bestand. Über das Kriegsende 1918 hinaus blieb er der Fliegerei bis zu seinem Tod im Jahr 1928 eng verbunden. Ein Ausspruch von ihm lautete sinngemäß, dass auch geflogen werden könne, wenn an der Front gekämpft werde. Dahinter stand für ihn das Pflichtgefühl, die Männer an der Front auch unter schwierigen Bedingungen unterstützen zu müssen. Selbst schwere Stürme und starker Regen hielten ihn nicht davon ab, seine Flieger zur Unterstützung der Front einzusetzen. Ihm ging es dabei nicht um Orden, Ehrungen oder Ansehen. Er war sich vielmehr seiner Verantwortung gegenüber dem einfachen Frontsoldaten bewusst, der oft schutzlos, unter schlimmsten Entbehrungen und härtesten Bedingungen an der Front lag.

Biografische Daten: Leo Leonhardy

  • Geburt: 13. November 1880 in Rastenburg/Ostpreußen.
  • Tod: 12. Juli 1928 in Berlin (beigesetzt auf dem Invalidenfriedhof).
  • Militärischer Werdegang:
    • 1899: Eintritt in das Pommersche Füsilier-Regiment Nr. 34.
    • 1908–1912: Regimentsadjutant in Stettin.
    • 1913: Versetzung zum Infanterie-Regiment Nr. 138.
    • 1914: Flugunfall in Johannisthal (10. Februar).
    • 1915: Beobachter bei der Feldflieger-Abteilung 59 (Galizien).
    • 1918: Kommandeur des Bombengeschwaders (Bogohl) 6; Verleihung des Pour le Mérite (2. November).
  • Zivile Karriere:
    • Leiter der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Berlin-Staaken (1924).
    • Leiter der vereinigten Fliegerschulen der Deutschen Luftfahrt GmbH (Staaken, Würzburg, Böblingen).

Dennoch blieben seine Leistungen nicht unbemerkt, und er erhielt folgende Kriegsauszeichnungen:

Nr. Auszeichnung Staat / Land Datum Anmerkung nur z.T. belegbar
1 Eisernes Kreuz 1914 II. Klasse Preußen ca. 1915 Verleihung bei der Feldflieger-Abteilung 59, Galizien
2 Eisernes Kreuz 1914 I. Klasse Preußen ca. 1916 Deutschen Kronprinzen-Flieger-Abteilung (FFA) 25
3 Hausorden von Hohenzollern, Ritterkreuz mit Schwertern Preußen 05.02.1917 Verleihung beim Bombengeschwader 6 (BG/Bogohl 6)
4 Pour le Mérite Preußen 02.11.1918 Verleihung beim Bombengeschwader 6 (BG/Bogohl 6)
5 Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration Österreich 1915 Verleihung bei der Feldflieger-Abteilung 59, Galizien
6 Abzeichen für Flugzeugbeobachter Deutsches Reich / Preußen 1915 Verleihung bei der Feldflieger-Abteilung 59, Galizien
7 Flieger-Erinnerungsabzeichen Deutsches Reich / Preußen 1918 Geschwader Paderborn
8 Feldpilotenabzeichen Österreich 1915 Verleihung bei der Feldflieger-Abteilung 59, Galizien

Anmerkung:
Wie ihr sehen könnt, fehlen einige Verleihungsdaten, da sich nicht alle eindeutig ermitteln ließen.
Deshalb habe ich einzelne Angaben aus dem militärischen Lebenslauf ableiten müssen.
Falls jemand von euch weiterhelfen kann, wäre ich dafür sehr dankbar.

Quellen:
Grundlage dieses Beitrags sind Unterlagen und die Auszeichngen von Leonhardy aus dem Thomas Huss Archiv,
darunter Bildmaterial, biographische Notizen und überlieferte Angaben.
Hinzu kommt der Beitrag seines Sohnes Wolfgang A. Leonhardy,
Ein Fliegerleben – der „Pour le mérite“-Träger Leo Leonhardy,
erschienen in der Zeitschrift für Heereskunde, Nr. 313, Mai/Juni 1984.
Ergänzend wurden zeitgenössische Presseberichte zum Flugunfall von Johannisthal vom 10. Februar 1914 herangezogen.

Autor:
Thomas Huss – Sammler und Händler für militärhistorische Objekte
Dieser Beitrag beruht auf eigener Recherche, Dokumentation und der Auswertung von Primärquellen aus meinem Archiv. Dazu gehören unter anderem militärische Nachlässe, Soldbücher, Urkunden, Fotonachlässe sowie originale Orden, Ehrenzeichen, Uniformteile, Säbel und Dolche. Schwerpunkte sind die Bestimmung und Einordnung militärhistorischer Objekte des Ersten und Zweiten Weltkriegs, insbesondere aus Heer, Luftwaffe und Marine. Weitere Themen sind Tapferkeitsauszeichnungen wie das Eiserne Kreuz, das Ritterkreuz und der Pour le Mérite sowie die Geschichte der Kriegsmarine und der U-Bootfahrer.

Eigene Recherche und Dokumentation:
https://militaria-kiel.de/
https://german-historica.de/
https://ankaufmilitaria.de/

Militaria-Ankauf

Wenn Sie mehr über einen militärhistorischen Nachlass, einzelne Orden, Ehrenzeichen oder militärische Dokumente erfahren möchten, können Sie sich gerne an mich wenden. Auch wenn Sie solche Stücke aus einem Nachlass abgeben oder verkaufen möchten, biete ich Ihnen eine sachliche und verantwortungsvolle Einschätzung.
Ich bewerte hochwertige Einzelstücke und komplette Nachlässe auf Grundlage historischer Einordnung, fachlicher Kenntnis und aktueller Marktlage. Dazu zählen unter anderem Orden, Ehrenzeichen, Urkunden, militärische Dokumente, Fotos und weitere militärhistorische Objekte.
Persönliche Beratung ist in Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster, Rendsburg, Heide, Itzehoe und in ganz Schleswig-Holstein möglich. Auch bundesweite Anfragen sind willkommen. Die Bearbeitung erfolgt diskret und unter Beachtung der geltenden Vorschriften, insbesondere der §§ 86 und 86a StGB.

Kontakt / Fachportale / Rechercheprojekte:
https://german-historica.de/ – Fachhandel für militärhistorische Objekte
https://militaria-kiel.de/ – regionaler Ankauf und Beiträge aus Schleswig-Holstein
https://ankaufmilitaria.de/ – Fachbeiträge zur Bestimmung und Einordnung von Militaria

E-Mail:
t.huss@german-historica.de

Tel. / WhatsApp:
+49 (0)173 2110274

📧 E-Mail: t.huss@german-historica.de | 📞 Tel: +49 (0)173 2110274