Ein bulgarischer Orden „Für Tapferkeit“ für einen Hauptmann des Infanterie-Regiments 31

Während des Zweiten Weltkriegs war Bulgarien bis September 1944 mit dem Deutschen Reich verbündet. Neben politischer und militärischer Zusammenarbeit kam es auch zu symbolischen Gesten – etwa der Verleihung bulgarischer Militär- und Verdienstorden an deutsche Offiziere. Diese Auszeichnungen dokumentieren die Verbindung beider Staaten im Rahmen des Bündnisses.

Bulgarische Auszeichnungen für deutsche Offiziere

Mehrere bulgarische Orden wurden auch an Angehörige der Wehrmacht verliehen. Besonders häufig kamen drei Auszeichnungen vor:

  • Orden „Für Tapferkeit“ (Орден за Храброст)
    Höchster bulgarischer Tapferkeitsorden. Er wurde in vier Stufen verliehen und auch an deutsche Frontoffiziere vergeben.

  • Militärverdienstorden (Орден „За военна заслуга“)
    Die am häufigsten vergebene bulgarische Auszeichnung an deutsche Offiziere. Er existierte in mehreren Klassen, mit und ohne Schwerter sowie mit oder ohne Kriegsdekoration.

  • Orden „St. Alexander“ (Орден „Св. Александър“)
    Eine hohe staatliche Auszeichnung, die im Krieg ebenfalls in Varianten mit Schwertern verliehen wurde. Sie war in der Regel höheren Offizieren oder besonderen Verdiensten vorbehalten.

Ein konkretes Beispiel: Hauptmann des Infanterie-Regiments 31

Ein dokumentierter Fall betrifft die Auszeichnung eines Hauptmanns des Infanterie-Regiments 31 (24. Infanterie-Division) mit dem Orden „Für Tapferkeit“, 4. Stufe.

Die 24. Infanterie-Division kämpfte von 1939 bis 1945 überwiegend an der Ostfront: zunächst in Polen und Frankreich, später bei Leningrad, am Wolchow und schließlich in Ostpreußen. Bulgarische Truppen waren dort nicht eingesetzt. Die Verleihung eines bulgarischen Tapferkeitsordens an einen Offizier dieser Division war daher kein Ergebnis gemeinsamer Frontkämpfe, sondern diente in erster Linie als Zeichen des Bündnisses.

Die 4. Stufe war nach den Statuten für Leutnante und Hauptleute vorgesehen, also für Offiziere auf Kompanieebene. Damit passt die Auszeichnung formal genau zum Dienstgrad des Geehrten.

Gründe für solche Verleihungen

  • Ausdruck der politischen und militärischen Verbundenheit zwischen Deutschland und Bulgarien.

  • Verleihungen im Rahmen von Zeremonien und Delegationen.

  • Partisanenbekämpfung auf dem Balkan, wo Bulgaren und Deutsche in Kontakt standen.

  • Einzelverleihungen durch Militärmissionen, die besonders verdiente Offiziere ehrten.

Bedeutung in der Ordenskunde

Ein bulgarischer Orden „Für Tapferkeit“ an einen deutschen Offizier verdeutlicht die enge Verzahnung der Achsenmächte auch auf persönlicher Ebene. Die Verleihung an einen Hauptmann des Infanterie-Regiments 31 zeigt, wie Auszeichnungen nicht nur militärische Leistungen, sondern auch politische und symbolische Aspekte eines Bündnisses widerspiegeln.

Fazit:
Die Verleihung des bulgarischen Ordens „Für Tapferkeit“ an einen Hauptmann des Infanterie-Regiments 31 verdeutlicht, dass Auszeichnungen im Zweiten Weltkrieg nicht ausschließlich an unmittelbare Kampfhandlungen gebunden waren. Sie dienten ebenso als Ausdruck internationaler Verbundenheit und dokumentieren die Rolle Bulgariens als Verbündeter des Deutschen Reiches bis 1944.  https://german-historica.de/militaerorden-bulgarien-fuer-tapferkeit-4-klasse/

Autor · Urheber · Fachliche Verantwortung

Dipl.-Ing. Thomas Huss

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