Zeugnis der Schleswig-Holsteiner Geschichte und der Schlacht um Alsen am 29. Juni 1864
Diese vierteilige preußische Ordensspange eines einfachen Soldaten ist ein hoch interessantes militärisches Objekt aus der Zeit des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864. Die Kombination dieser vier einfachen Auszeichnungen aus dem Zeitraum von 1864 bis 1897 dokumentiert eine historisch interessante und erzählenswerte Geschichte.
Der Schwerpunkt liegt klar auf den Auszeichnungen von 1864, insbesondere auf der Schlacht um Alsen, die den kriegsentscheidenden Schlusspunkt des Feldzuges darstellte.
Die Spange zeigt die militärische Laufbahn und die Kampfeinsätze des Trägers durch folgende Auszeichnungen:
Der Schwerpunkt: Alsenkreuz und die Schlacht (Position 3)
Das Alsenkreuz 1864 für Kämpfer ist das zentrale Stück. Es wurde am 7. Dezember 1864 von König Wilhelm I. gestiftet, wobei diese Ausführung ausschließlich an Soldaten verliehen wurde, die aktiv an der Erstürmung der Insel Alsen am 29. Juni 1864 beteiligt waren.
Hintergrund der Schlacht: Nach der Erstürmung der Düppeler Schanzen zogen sich die dänischen Truppen auf die Insel Alsen zurück, die sie für uneinnehmbar hielten. Die preußische Operation, befohlen von General von Blumenthal und durchgeführt von General von Bittenfeld, begann in der Nacht zum 29. Juni um 2:00 Uhr morgens. Etwa 2.500 preußische Soldaten überquerten in kleinen Ruderbooten unter widrigen Bedingungen den schmalen Alsensund bei Sottrupskov. Trotz starker Gegenwehr und des Einsatzes des dänischen Panzerschiffs „Rolf Krake“ gelang es den Preußen, an Land zu gehen und die dänischen Truppen rasch zurückzudrängen. Innerhalb kurzer Zeit war die Insel besetzt. Die erfolgreiche Überquerung von Alsen brach den letzten militärischen Widerstand Dänemarks und führte zum Friedensvertrag von Wien, in dem Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg abtrat.
Ergänzende militärische Dokumentation: Die Kriegsdenkmünze für 1864 (Position 4)
Die Kriegsdenkmünze für 1864 ergänzt das Alsenkreuz. Sie wurde an alle Soldaten verliehen, die am Deutsch-Dänischen Krieg teilnahmen, und bestätigt somit die volle Kampagnenteilnahme des Trägers über den gesamten Zeitraum.
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Hintergrund und Stiftung: Im Gegensatz zum Alsenkreuz, das eine rein preußische Auszeichnung für eine spezifische Schlacht war, wurde die Kriegsdenkmünze gemeinsam von König Wilhelm I. von Preußen und Kaiser Franz Joseph I. von Österreich am 10. November 1864 gestiftet. Sie symbolisierte die Waffenbrüderschaft der beiden Mächte, die Dänemark gemeinsam besiegt hatten.
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Gestaltung: Die Medaille ist aus erbeuteten dänischen Geschützen geprägt (oft mit der Randinschrift AUS EROBERTEM GESCHÜTZ) und trägt auf der Rückseite die Widmung: „UNSEREN TAPFEREN KRIEGERN 1864“.
Die Anwesenheit beider Medaillen (Kriegsdenkmünze und Alsenkreuz) belegt demnach zweierlei: die vollständige Teilnahme am Koalitionskrieg (Kriegsdenkmünze) und die spezifische, persönliche Beteiligung an der kriegsentscheidenden Operation bei Alsen (Alsenkreuz).
Ranghöchste und abschließende Auszeichnungen (Position 1 und 4)
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Königlicher Kronen-Orden (Medaille/Kreuz): Die ranghöchste Auszeichnung, angeführt an erster Stelle der Spange.
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Kaiser Wilhelm I. Erinnerungsmedaille (1897): Dokumentiert, dass dieser Alsen-Kämpfer die Kriege überlebte und zur Veteranen-Generation gehörte, die 1897, zum 100. Geburtstag des Kaisers, geehrt wurde.
Die Kombination dieser vier Orden ist somit eine vollständige numismatische Darstellung eines preußischen Soldaten, dessen höchste Anerkennung dem Verdienstorden galt, dessen militärische Identität aber maßgeblich durch die Schlacht von Alsen im Jahr 1864 geprägt wurde.
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Schöne „gewachsene“Schnalle eines Soldaten, der tapfer im Einigungskrieg 1864 auf Seiten Preussens gekämpft hatte. Für einen Sammler phaleristischer Antiquitäten bestimmt eine Bereicherung. Man fragt sich aber unwillkürlich, warum hängt kein Düppler Sturmkreuz dran?
Hallo Dietmar,
sehr interessante Frage, die sich leider wohl nicht mehr konkret beantworten lässt. Ich kann daher nur Vermutungen anstellen. Die naheliegendste wäre, dass er bei den ersten Gefechten bzw in Düppel nicht dabei war. Eine zweite – aber eher unwahrscheinliche – Möglichkeit wäre, dass er nur eine der Gefechtsauszeichnungen getragen hat, aus welchen Gründen auch immer. Grüsse aus Felde