Das Spanienkreuz in der Kriegsmarine: U-Boot-Einsatz und der Angriff auf das Panzerschiff „Deutschland“

Das am 14. April 1939  gestiftete Spanienkreuz ist die erste Auszeichnung der Wehrmacht, die ausdrücklich für einen Kampfeinsatz gestiftet wurde. Die feierliche Verleihung an die Heimkehrer der Legion Condor fand 1939 im Rahmen der großen Siegesparade in Berlin statt. In der Kriegsmarine zeigt sich dabei ein Unterschied, der besonders die U-Boot-Waffe und die Besatzungen der Panzerschiffe betrifft.

Klassen und Verleihungszahlen

Klasse Typ Verleihungsanzahl (ca.)
Spanienkreuz in Bronze ohne Schwerter 7.869
Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern 8.462
Spanienkreuz in Silber ohne Schwerter 327
Spanienkreuz in Silber mit Schwertern 8.304
Spanienkreuz in Gold mit Schwertern 1.126
Spanienkreuz in Gold mit Brillanten mit Schwertern 28
Ehrenkreuz für Hinterbliebene (Bronze) 315

 

Unternehmen „Ursula“: Warum U-Boot-Fahrer keine Schwerter erhielten

Das streng geheime Unternehmen „Ursula“. Deutsche U-Boote operierten verdeckt gegen die republikanische Flotte. Folgende Boote waren direkt oder indirekt an den Operationen in spanischen Gewässern beteiligt:

U 14, U 19, U 25, U 26, U 27, U 28, U 29, U 30, U 31, U 32, U 33, U 34, U 35 und U 36.

Obwohl diese Besatzungen zum Teil in Kampfeinsätzen verwickelt wurden – U 34 versenkte unter Harald Grosse am 12. Dezember 1936 das republikanische U-Boot C-3 vor Málaga – erhielten die Männer ausnahmslos das Spanienkreuz in Bronze oder Silber ohne Schwerter.

Der Grund war politisch: Da das Deutsche Reich offiziell nicht als kriegführende Partei auftrat, durften die Torpedoeinsätze der U-Boote nicht bekannt werden. Ein Spanienkreuz „mit Schwertern“ wäre ein offizielles Eingeständnis aktiver Kampfhandlungen gewesen. Um den völkerrechtlich heiklen Charakter der Einsätze zu verdecken, wurden die U-Boot-Männer wie rückwärtiges Personal oder Beobachter dekoriert. Ein Spanienkreuz ohne Schwerter in einem U-Boot-Nachlass fällt vor diesem Hintergrund besonders auf.

Die Ausnahme: Der Angriff auf das Panzerschiff „Deutschland“

Anders war es bei der Besatzung des Panzerschiffs Deutschland. Im Gegensatz zu den geheimen U-Boot-Operationen war der Einsatz der Überwasserschiffe im Rahmen der internationalen Seekontrolle offiziell bekannt.

Am 29. Mai 1937 wurde das Panzerschiff Deutschland auf der Reede vor Ibiza von zwei republikanischen Bombern angegriffen. Die Treffer verursachten schwere Schäden: 31 Seeleute fielen, 75 wurden zum Teil schwer verwundet. Da dieser Vorfall weltweit Schlagzeilen machte und eine massive internationale Krise auslöste, war Geheimhaltung nicht mehr möglich.

Die gesamte Besatzung der Deutschland erhielt das Spanienkreuz mit Schwertern. Dieser Angriff führte auch auch dazu, dass ein erheblicher Anteil der nur 315 produzierten Ehrenkreuze für Hinterbliebene an die Familien der Gefallenen dieses Schiffes übergeben wurde. Hier standen die Schwerter für das öffentliche Eingeständnis, dass sich die Marine in einem blutigen Konflikt befand.

Material und Fertigung

Das Spanienkreuz ist die erste Auszeichnung der Wehrmacht, die für einen Kampfeinsatz gestiftet wurde. Verliehen wurden die Auszeichnungen 1939 bei der großen Siegesparade in Berlin. Die Bronzestufen waren aus Buntmetall, Silber und Gold aus 835er oder 900er Silber, die Brillantenkreuze aus Silber mit echten Brillanten. Spätere Zweitstücke waren meist aus Buntmetall gefertigt, auch die Silber und Goldstufen, und unterscheiden sich leicht in Machart bzw. Fertigungsqualität.

 

 

Autor und Quellen

Autor:
Thomas Huss – Sammler und Händler für militärhistorische Objekte

Dieser Beitrag beruht auf eigener Recherche, Dokumentation und der Auswertung von Primärquellen aus meinem Archiv. Dazu gehören unter anderem militärische Nachlässe, Soldbücher, Urkunden, Fotonachlässe sowie originale Orden, Ehrenzeichen, Uniformteile, Säbel und Dolche. Schwerpunkte sind die Bestimmung und Einordnung militärhistorischer Objekte des Ersten und Zweiten Weltkriegs, insbesondere aus Heer, Luftwaffe und Marine. Weitere Themen sind Tapferkeitsauszeichnungen wie das Eiserne Kreuz, das Ritterkreuz und der Pour le Mérite sowie die Geschichte der Kriegsmarine und der U-Bootfahrer.

Eigene Recherche und Dokumentation:
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Quellen und Literatur: Reichsgesetzblatt 1939 I; Bundesarchiv; Deutsches U-Boot-Museum / U-Boot-Archiv; Historisches Marinearchiv; Kurt-Gerhard Klietmann, Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936–1945; Jörg Nimmergut, Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945; Heinrich Doehle, Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs; W. C. Frank, Naval Operations in the Spanish Civil War, 1936–1939.

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