Das Helmtaucher-Messer von Dräger und MEDI

Ein gefragtes Stück alter Tauchtechnik

Helmtauchermesser von Dräger gehören heute zu den selteren Tauchtechnik-Objekten. Viele erhaltene Exemplare zeigen deutliche Spuren ihres harten Einsatzes. Gut erhaltene Stücke sind deshalb selten. Unbenutzte Messer oder Exemplare ohne nennenswerte Gebrauchs- und Altersspuren findet man kaum.

Das hier gezeigte Stück fällt in dieser Hinsicht deutlich auf. Der Erhaltungszustand ist ungewöhnlich gut. Die meisten erhaltenen Messer zeigen Altersspuren und oft spätere Veränderungen auf. Umso auffälliger sind Stücke, die weitgehend unberührt geblieben sind.

Neben dem Taucherhelm eines der markantesten Stücke der klassischen Helmtauchausrüstung

Das schwere Helmtauchermesser von Dräger gehörte über viele Jahre zur Ausrüstung deutscher Berufs- und Marinetaucher. Es wurde zusammen mit dem übrigen Gerät in den großen Ausrüstungskisten mitgeführt. Dazu gehörten je nach Ausführung der Taucheranzug, der Helm, Bleigewichte, Luftschläuche und weiteres Zubehör. Das Messer war kein Beiwerk, sondern ein wichtiges Arbeitsgerät für den Einsatz unter Wasser.

Dräger in Lübeck

Dräger in Lübeck war über lange Zeit Hauptlieferant von Helmtauchausrüstungen. Vor allem der Taucherhelm ist bis heute das bekannteste Stück dieser Ausrüstung. Er ist nicht nur bei Sammlern gefragt, sondern wird wegen seiner markanten Form auch oft symbolisch oder werbetechnisch verwendet.

Maße, Material und Bauweise

Die Bauweise ist massiv und auf Belastung ausgelegt. Die Klinge besteht aus rostträgem Stahl. Griff und Scheide wurden in der Regel aus Messing gefertigt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges änderte sich das zum Teil durch Rohstoffmangel. In dieser Zeit wurden auch Ausführungen mit Stahlgriff hergestellt. Die Gesamtlänge liegt bei etwa 340 mm, die Klinge misst rund 200 mm. Mit Scheide wiegt das Messer ungefähr 1,5 bis 1,8 Kilogramm.Diese Daten zeigen, dass es sich nicht um ein feines Schneidwerkzeug handelte. Das Messer war für grobe Unterwasser-Arbeiten gedacht, eher zum Hebeln, Lösen und Hantieren unter schwierigen Bedingungen als für saubere Schnitte.

Verwendung von der Kaiserlichen Marine bis zur Bundesmarine

Dieser Messertyp war über viele Jahrzehnte im Gebrauch. Frühe Stücke lassen sich bereits der Kaiserlichen Marine zuordnen. Später wurde das Messer auch in Reichsmarine und Kriegsmarine verwendet, vor allem bei Werftauchern, Bergungstauchern und anderen technischen Taucheinheiten.

Gerade nach dem Kriegsende 1945 begann noch einmal eine große Zeit der Helm- und Bergungstaucher. In Häfen, Werften und Wasserstraßen mussten gesunkene Schiffe, U-Boote, Munition und anderer Kriegsschrott geborgen oder beseitigt werden. Hinzu kamen Reparaturarbeiten an beschädigten Anlagen und viele Unterwasserarbeiten beim Wiederaufbau.

Erst in den 1960er Jahren änderte sich die Tauchausrüstung grundlegend. Sie wurde leichter, beweglicher und insgesamt flexibler. Der klassische Helmtaucher verschwand nach und nach aus dem praktischen Einsatz. Damit verlor auch das schwere Helmtauchermesser allmählich seine frühere Bedeutung, auch wenn solche Stücke noch eine Zeit lang weiterverwendet wurden.

Dräger und die Klingen von Zwilling

Dräger war der Ausrüster der kompletten Tauchtechnik. Die Klingen dieser Messer wurden von Zwilling in Solingen gefertigt. Bei vielen Stücken findet sich auf der Fehlschärfe die bekannte Zwillingsmarke. Der lange Produktionszeitraum über mehrere Jahrzehnte macht die zeitliche Einordnung oft schwierig.

MEDI als spätere Vergleichsausführung

Neben den Dräger-Messern gibt es auch ähnliche spätere Ausführungen aus der DDR, die von MEDI in Leipzig hergestellt wurden. Sie gehören in denselben technischen Bereich, sind aber nicht mit den Dräger-Stücken gleichzusetzen.

https://german-historica.de/helm-taucher-messer-draeger-zwilling-j-a-henckels/

Autor und Quellen

Autor:
Thomas Huss – Sammler und Händler für militärhistorische Objekte

Dieser Beitrag beruht auf eigener Recherche, Dokumentation und der Auswertung von Primärquellen aus meinem Archiv. Dazu gehören unter anderem militärische Nachlässe, Soldbücher, Urkunden, Fotonachlässe sowie originale Orden, Ehrenzeichen, Uniformteile, Säbel und Dolche. Schwerpunkte sind die Bestimmung und Einordnung militärhistorischer Objekte des Ersten und Zweiten Weltkriegs, insbesondere aus Heer, Luftwaffe und Marine. Weitere Themen sind Tapferkeitsauszeichnungen wie das Eiserne Kreuz, das Ritterkreuz und der Pour le Mérite sowie die Geschichte der Kriegsmarine und der U-Bootfahrer.

Eigene Recherche und Dokumentation:
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Quellen und Literatur: Reichsgesetzblatt 1939 I; Bundesarchiv; Deutsches U-Boot-Museum / U-Boot-Archiv; Historisches Marinearchiv; Kurt-Gerhard Klietmann, Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936–1945; Jörg Nimmergut, Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945; Heinrich Doehle, Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs; W. C. Frank, Naval Operations in the Spanish Civil War, 1936–1939.

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