Die Frontflugspange für Jagdflieger – Symbol für Einsatzfreude und Erfahrung
—– das Erkennungszeichen der alten Hasen —–
Nur die besten und erfahrensten Jagdflieger konnten diese Auszeichnung tatsächlich erreichen. Viele junge Piloten schafften es trotz Mut und Willen nicht, die notwendige Zahl an Frontflügen zu absolvieren. Sie fielen oft schon in den ersten Einsätzen den zahlenmäßig überlegenen Gegnern zum Opfer, die über größere Erfahrung und besser ausgerüstete Flugzeuge verfügten. Im Laufe des Krieges verschärfte sich die Lage zusätzlich: Es fehlte an Flugbenzin, an Zeit für eine gründliche Ausbildung und an Ersatz für die hohen Verluste. Dadurch wurden die Reihen der erfahrenen Piloten immer dünner, während die Belastung der verbliebenen Jagdflieger stetig zunahm.Die Frontflugspange für Jagdflieger wurde am 30. Januar 1941 gestiftet. Sie war als Anerkennung für die Teilnahme an einer bestimmten Zahl von Fronteinsätzen gedacht und machte Einsatzbereitschaft und Erfahrung sichtbar.
Verleihung
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Bronze: ab 20 Feindflügen
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Silber: ab 60 Feindflügen
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Gold: ab 110 Feindflügen
Sonderstufen mit Anhängern kennzeichneten noch höhere Einsatzzahlen.
https://german-historica.de/frontflugspange-fuer-jagdflieger-bronze/
Jagdflieger und ihre Aufgaben
Jagdflieger hatten die Aufgabe, feindliche Flugzeuge zu bekämpfen und eigene Verbände zu schützen. Zum Einsatz kamen verschiedene Muster:
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Einsitzige Jäger wie die Messerschmitt Bf 109 und die Focke-Wulf Fw 190
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Zweimotorige Maschinen wie die Messerschmitt Bf 110, oft auch als Nachtjäger
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Gegen Kriegsende Strahljäger wie die Messerschmitt Me 262
Man unterschied zwischen Tag- und Nachtjägern, je nach Einsatzgebiet.
Entwicklung im Kriegsverlauf
In den frühen Kriegsjahren standen die Jagdflieger im Mittelpunkt der Luftschlacht um England (1940), wo sie die deutsche Luftherrschaft sichern und Bomber schützen sollten.
Im späteren Kriegsverlauf verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Abwehr der alliierten Bombenangriffe auf deutsche Städte und Industriezentren. Gerade in dieser Phase mussten die Piloten unter schwierigsten Bedingungen bestehen: knappe Treibstoffreserven, verkürzte Ausbildung und immer größere Verluste. Die Einsatzbelastung stieg, während die Zahl erfahrener Piloten ständig abnahm.
Bekannte Jagdflieger
Einige deutsche Jagdflieger erzielten außergewöhnlich hohe Erfolge:
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Erich Hartmann – 352 bestätigte Luftsiege
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Gerhard Barkhorn – 301 Luftsiege
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Günther Rall – 275 Luftsiege
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Otto Kittel – 267 Luftsiege
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Walter Nowotny – 258 Luftsiege, später auch auf der Me 262
Besondere Bedeutung hatte die Bekämpfung der schweren viermotorigen Bomber („Viermots“). Herausragend waren hier:
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Heinz-Wolfgang Schnaufer – 121 Abschüsse (meist britische Bomber bei Nacht)
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Georg-Peter Eder – 36 Viermot-Abschüsse
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Walter Dahl – 36 Viermot-Abschüsse
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Heinrich Ehrler – 30 Viermot-Abschüsse
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Wilhelm Moritz – 29 Viermot-Abschüsse
Einsätze und Belastung
Nicht nur die Zahl der Siege, auch die Zahl der geflogenen Einsätze zeigt die enorme Beanspruchung:
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Erich Hartmann – über 1.400 Einsätze, 352 Siege
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Gerhard Barkhorn – über 1.100 Einsätze, 301 Siege
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Günther Rall – ca. 621 Einsätze, 275 Siege
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Otto Kittel – über 600 Einsätze, 267 Siege
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Walter Nowotny – ca. 442 Einsätze, 258 Siege
Barkhorn flog mehr Einsätze als Hartmann, erzielte aber deutlich weniger Siege – ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich Erfahrung, Talent und Einsatzbedingungen zusammenwirkten.
Vergleich mit Alliierten
Im Vergleich zu deutschen Jagdfliegern hatten britische und amerikanische Piloten meist deutlich niedrigere Abschusszahlen. Grund war das Rotationssystem: Nach einer festgelegten Zahl an Einsätzen wurden sie von der Front abgezogen, um geschont und als Ausbilder eingesetzt zu werden.
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RAF-Spitzenpilot Johnnie Johnson kam auf 38 Siege.
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USAAF-Spitzenpilot Richard Bong (Pazifik) erreichte 40 Siege.
Deutsche Piloten flogen dagegen bis zum Kriegsende weiter – ohne Pausen, mit wachsender Belastung und unter immer schwierigeren Bedingungen. Das führte zu extrem hohen Einzelerfolgen, aber auch zu hohen Verlusten.
Zweck der Spange
Die Frontflugspange war kein Orden für eine Einzeltat, sondern dokumentierte die Zahl der geflogenen Fronteinsätze. Getragen wurde sie auf der linken Brusttasche und galt unter den Kameraden als sichtbares Erkennungszeichen von Erfahrung und Bewährung.
Autor · Urheber · Fachliche Verantwortung
Dipl.-Ing. Thomas Huss
Alle Inhalte beruhen auf eigener fachlicher Arbeit und der Auswertung originaler Objekte und Primärquellen aus dem eigenen Archiv.
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