Herstellerliste Eisernes Kreuz 1939: PK- und LDO-Nummern zur Identifizierung
Die Zuordnung des Eisernen Kreuzes (EK) aus dem Zeitraum 1939 bis 1945 stützt sich maßgeblich auf die Herstellerkennzeichnungen. Diese Markierungen wurden im Auftrag der Präsidialkanzlei sowie der Leistungsgemeinschaft Deutscher Ordenhersteller (LDO) eingeführt. Zweck war die Überwachung der Fertigungsqualität sowie die Regulierung des privaten Handels.
Das Kennzeichnungssystem der Präsidialkanzlei
Ab 1941 wurde die Kennzeichnung der Orden und Ehrenzeichen für die staatliche Vergabe verpflichtend. Die Nummern der Präsidialkanzlei (PK) finden sich beim Eisernen Kreuz 2. Klasse fast ausnahmslos auf dem Bandring eingeschlagen. Bei der 1. Klasse ist die Punzierung meist auf der Rückseite der Nadel oder direkt unter dem Nadelhaken auf der Rückseite des Rahmens zu finden. Stücke ohne Markierung, oft als „Unmarked“ bezeichnet, stammen in der Regel aus der frühen Fertigungsphase vor der strikten Kennzeichnungspflicht.
Liste der PK-Herstellernummern (Auszug EK-relevanter Betriebe)
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1 – Deschler & Sohn, München
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2 – C. E. Juncker, Berlin
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3 – Wilhelm Deumer, Lüdenscheid
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4 – Steinhauer & Lück, Lüdenscheid
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6 – Fritz Zimmermann, Stuttgart
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7 – Paul Meybauer, Berlin
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11 – Grossmann & Co., Wien
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13 – Gustav Brehmer, Markneukirchen
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15 – Friedrich Orth, Wien
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16 – Alois Rettenmaier, Schwäbisch Gmünd
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19 – E. Ferdinand Wiedmann, Frankfurt am Main
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20 – C. F. Zimmermann, Pforzheim
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21 – Gebrüder Godet & Co., Berlin
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22 – Boerger & Co., Berlin
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23 – Arbeitsgemeinschaft für Heeresbedarf, Hanau
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24 – Arbeitsgemeinschaft der Hanauer Plakettenhersteller, Hanau
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25 – Arbeitsgemeinschaft der Graveur-, Gold- und Silberschmiede-Innungen, Hanau
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26 – B. H. Mayer’s Kunstprägeanstalt, Pforzheim
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27 – Anton Schenkl’s Nachf., Wien
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40 – Berg & Nolte, Lüdenscheid
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44 – Jakob Bengel, Idar-Oberstein
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52 – Gottlieb & Wagner, Oberstein
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55 – J. E. Hammer & Söhne, Geringswalde
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65 – Klein & Quenzer, Idar-Oberstein
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75 – Simm & Co., Gablonz
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76 – Ernst L. Müller, Pforzheim
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93 – Werner Redo, Saarlautern
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98 – Rudolf Souval, Wien
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100 – Rudolf Wächtler & Lange, Mittweida
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106 – Gebrüder Schneider, Wien
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113 – Hermann Aurich, Dresden
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120 – Franz Petzl, Wien
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122 – J. J. Stahl, Straßburg
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123 – Beck, Hassinger & Co., Straßburg
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125 – Eugen Gauß, Pforzheim
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137 – J. H. Werner, Berlin
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138 – Julius Maurer, Oberstein
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140 – Schauerte & Höhfeld, Lüdenscheid
Die LDO-Kennzeichnung für den privaten Nachkauf
Parallel zu den PK-Nummern existierte das LDO-System. Diese Markierungen bestehen aus dem Buchstaben „L“ gefolgt von einer Zahl (z. B. L/11). Diese Stücke waren für den privaten Erwerb durch Soldaten bestimmt, um Zweitstücke für die Uniform zu beschaffen. LDO-Markierungen finden sich häufig auf der Rückseite der Kreuze oder auf den Schraubscheiben der 1. Klasse.
Herstellerliste: Präsidialkanzlei & LDO
Materialvarianten und Besonderheiten der Fertigung
Die Materialbeschaffenheit der Kreuze änderte sich im Verlauf des Krieges aufgrund der Rohstofflage. Frühe Stücke des Eisernen Kreuzes besitzen meist einen Kern aus Eisen (magnetisch) und eine Zarge aus Neusilber.
Eine herstellungsspezifische Besonderheit ist die „Schinkelform“. Hierbei nutzten Betriebe wie Meybauer oder Deumer Rahmenwerkzeuge, die in ihren Dimensionen den Kreuzen des Ersten Weltkriegs entsprachen. Diese Stücke sind schmaler als die spätere Standardform von 1939 und werden aufgrund ihrer Seltenheit in Sammlerkreisen gesondert bewertet. Bei der 1. Klasse sind zudem Varianten mit Schraubscheibe oder unterschiedlichen Nadelsystemen dokumentiert
Autor und Quellen
Autor:
Thomas Huss – Sammler und Händler für militärhistorische Objekte
Dieser Beitrag beruht auf eigener Recherche, Dokumentation und der Auswertung von Primärquellen aus meinem Archiv. Dazu gehören unter anderem militärische Nachlässe, Soldbücher, Urkunden, Fotonachlässe sowie originale Orden, Ehrenzeichen, Uniformteile, Säbel und Dolche. Schwerpunkte sind die Bestimmung und Einordnung militärhistorischer Objekte des Ersten und Zweiten Weltkriegs, insbesondere aus Heer, Luftwaffe und Marine. Weitere Themen sind Tapferkeitsauszeichnungen wie das Eiserne Kreuz, das Ritterkreuz und der Pour le Mérite sowie die Geschichte der Kriegsmarine und der U-Bootfahrer.
Eigene Recherche und Dokumentation:
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Quellen und Literatur:
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Maerz, Dietrich: Das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1939.
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Weber, Sascha: Das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
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Wernitz, Frank: Das Eiserne Kreuz 1813 – 1870 – 1914 – 1939.
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