Nachlass eines Kampfschwimmers der Bundesmarine (1970er-Jahre)
Und wieder wurde uns ein kleiner Bestand beachtenswerter Objekte anvertraut – ein Nachlass, der noch vor einigen Jahren kaum einen militärhistorischen Sammler angesprochen hätte. Heute ist das anders. Dabei steht hier nicht ein finanzieller Gesichtspunkt im Vordergrund, sondern der historische Wert
Auch dieser Nachlass ist nur deshalb erhalten geblieben, weil ein aufmerksames Familienmitglied eines Verstorbenen die Besonderheit dieser Gegenstände erkannt und sie vor der Entsorgung beziehungsweise der endgültigen Vernichtung bewahrt hat. Durch unsere Blogbeiträge und die besondere Ausrichtung unserer Internetpräsenz wurde der Finder auf uns aufmerksam. Die Unterlagen und Abzeichen wurden uns daraufhin angeboten – mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass sie dauerhaft erhalten bleiben.
Aufgefunden wurden die Stücke in einer unscheinbaren alten Keksblechdose, die nahezu unbeachtet und ungeöffnet entsorgt werden sollte. Dass es dazu nicht kam, ist dem wachsamen Blick des Finders zu verdanken.
Noch vor einigen Jahren hätte ein solcher Fund kaum Beachtung gefunden. Heute ist das anders: Nachlässe aus dem Umfeld von Spezialeinheiten der Bundeswehr stoßen auf wachsendes Interesse. Sie haben sich zu einem eigenständigen Sammelgebiet für militärhistorisch interessierte Sammler entwickelt, nicht zuletzt, weil sie nur selten auf dem Markt auftauchen. Gerade in der heutigen Zeit rückt die Einheit der Kampfschwimmer der Bundeswehr wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit – auch vor dem Hintergrund neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen, etwa durch Provokationen mittels Spionageschiffen oder durch Drohnenüberflüge über militärische Anlagen wie den Marinestützpunkt Kiel. Dazu tragen auch gut aufbereitete Beiträge in digitalen Medien bei. Entsprechende Reportagen und Hintergrundformate finden sich heute vor allem auf YouTube, wo Ausbildung, Aufgaben und historische Einordnung der Kampfschwimmer, des Kommando Spezialkräfte Marine (KSM) sowie des Kommando Spezialkräfte (KSK) einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Besonders Beiträge aus auf Spezialeinheiten und sicherheitspolitische Themen ausgerichteten Formaten, etwa von Kanälen wie „Bulletproof“ (Otto Karasch), verbinden aktuelle Einordnung mit dokumentarischem Material und machen Ausbildungsgänge, internationale Ausbildungsabschnitte, den Austausch mit Einheiten wie den Navy SEALs sowie das Einsatz- und Leistungsniveau und die tatsächliche Leistungsfähigkeit dieser Verbände nachvollziehbar. Dazu tragen auch sachlich recherchierte Beiträge in digitalen Medien bei; entsprechende Formate finden sich heute vor allem auf YouTube und machen Ausbildung, Aufgaben und historische Einordnung der Kampfschwimmer einem breiteren Publikum zugänglich.
Der vorliegende Nachlass stammt aus dem Besitz eines jungen Kampfschwimmers, der Mitte der 1970er-Jahre in Eckernförde Dienst tat. Im Mittelpunkt steht ein vollständig erhaltener Wehrpass, in dem sämtliche Stationen der Ausbildung und die durchlaufenden Dienststellen lückenlos eingetragen sind. Die Einträge belegen nicht nur die Grundausbildung, sondern auch jene Lehrgänge, die Voraussetzung für die Verwendung als Kampfschwimmer waren: darunter Sprenghelfer, Einzelkämpferausbildung, Fallschirmspringerlehrgang sowie verschiedene Schwimmtaucher- und Spezialausbildungen.
Ergänzt wird das Dokument durch eine umfangreiche Gruppe von Abzeichen und persönlichen Stücken aus dem militärischen Umfeld der Kampfschwimmer. Dazu gehören mehrere Leistungsabzeichen in Stoff- und Metallausführung, ein Einzelkämpferabzeichen, eine US-Fallschirmjägerspange sowie der bekannte Navy-SEAL-Dreizack. Hinzu kommen ein Token des SEAL Team 10, ein Erinnerungsstück „45 Jahre Kampfschwimmerkompanie“ sowie ein DLRG-Abzeichen in Gold.
Gerade in den 1970er-Jahren wurde die Ausbildung der deutschen Kampfschwimmer in Bereichen erweitert, die weit über Einsätze im Wasser hinausgingen, etwa durch Fallschirmsprungausbildung und andere Speziallehrgänge. In diesem Zusammenhang kam es zu Ausbildungsaufenthalten und zum Austausch mit verbündeten Einheiten. So wurden in den USA unter anderem Fallschirmsprünge gemeinsam mit Angehörigen der Navy SEALs durchgeführt, während umgekehrt deutsche Kampfschwimmer ihre spezifischen Fähigkeiten im maritimen Einsatzbereich vermittelten. Diese Formen der Zusammenarbeit werden bis heute fortgeführt und beruhen auf der gegenseitigen Akzeptanz der jeweiligen Leistungsfähigkeit und fachlichen Kompetenz. Nicht ohne Grund gelten die deutschen Kampfschwimmer international als eine der leistungsfähigsten Spezialeinheiten ihres Einsatzbereichs. Dies zeigt sich besonders am Token des SEAL Team 10, der keineswegs leichtfertig vergeben wurde. Die Zusammenstellung des Nachlasses macht diese internationalen Bezüge nachvollziehbar, wie sie im Ausbildungs- und Übungsbetrieb spezialisierter Verbände nicht ungewöhnlich sind.
Quellen
- Fotos und Originalstücke aus dem Bestand von Thomas Huss (www.german-historica.de)
- Bundeswehr: Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM)
- Dokumentation: „Kampfschwimmer – Die geheime Truppe der Marine“
- Militärhistorische Fachliteratur zu Spezialeinheiten der Bundeswehr
- Zeitzeugenberichte von Angehörigen der Kampfschwimmer
- Vergleichbare militärhistorische Nachlässe
- YouTube: Dokumentarische Beiträge zur Ausbildung und Geschichte der Kampfschwimmer
- Bulletproof (Otto Karasch) – militärhistorische Einordnungen und Interviews
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